do-it-yourself-Apotheke

Für unseren Gartentag im März,

der unter dem Motto „Heilkräuterbeet“ stand, haben wir ein paar Rezepte rausgesucht und ausprobiert. Und mit einer großen Neuansaat haben wir uns drangemacht, die Hausapotheke in unserem Garten aufzustocken.

                Königskerze (Verbascum thapsiforme)

Zweijährige Heilpflanzen mit leuchtend gelben Blüten, Blüte erst im zweiten Jahr,
winterhart
Voranzucht:  Mai oder Spätsommer
Blüte: Mai-Juli im 2. Jahr

Königskerzen-Sirup
Wirkung: gegen  Halsschmerzen, Husten
Sammeln: Juli, August
Zubereitung: Blüten in Glas schichten, genauso viel Zucker draufgeben und festdrücken. Stehen lassen bis der Zucker glasig wird. Glas langsam im Wasser erwärmen, sodass der Zucker sich verflüssigt. Die Blüten herausnehmen und den Sirup umfüllen.


Ringelblume (caleundula officinalis)
Mehrjährige Heilpflanze mit gelborangenen Blütenköpfen, winterhart
Direktsaat: März bis April
Blüte: Mai bis Oktober

Ringelblumensalbe
Wirkung: wirkt antibakteriell.  Verwendet zur Wundheilung und Hautberuhigung, Hautpflege, Hautreizungen (fördert Durchblutung)
Sammeln: um die Mittagszeit. Ringelblumen haben den höchsten Wirkstoffgehalt mittags
Zutaten: 25 g getrocknete Ringelblüten, 250 ml ätherisches Öl, 25 g Bienenwachs (vom Imker oder Apotheker)
Zubereitung: Blüten in einen Topf geben. Öl hinzugeben und schwach zum Kochen bringen. Langsam erhitzen, damit die Blüten nicht verbrennen. 30 Minuten ziehen lassen. Öl durch ein Tuch oder Kaffeefilter absieben und auspressen. Das abgesiebte Öl wieder in einen Topf geben und das Bienenwachs dazugeben und im warmen Öl unter Rühren vollständig schmelzen, evtl. Herdplatte nochmal erhitzen.
Flüssige Salbe in einen Tiegel abfüllen. Erst nach dem vollständigen Abkühlen den Deckel schließen, damit das Kondenswasser nicht in die Salbe tropft.

Arnika (Arnica montana)
Mehrjährige Heilpflanze mit goldgelben Blütenköpfen
Voranzucht: März  //   Direktsaat : März-April
Blüte: Mai-Juli im 2.Jahr

Arnikasalbe
Wirkung: Behandlung von Muskelkater, Krampfadern, Gelenkschmerzen, Nervenschmerzen bei Insektenstichen
Sammeln:  gegen Mittag. Nicht in der freien Natur sammeln, steht unter Naturschutz!
Zutaten: 2 EL Kokosöl, 1EL Pflanzenteile, 5 Tropfen  ätherisches Öl (bspw. Lavendel für die Hautentspannenung oder Fichte für den Bewegungsapparat) , 1EL Bienenwachs (vom Imker oder Apotheker)
Zubereitung: festes Kokosöl wird im Topf erhitzt und Blüten hinzugeben. Vorsichtig erhitzen um die Blüten nicht zu verbrennen und um  gleichzeitig Keime abzutöten.  30-90 Minuten ziehen lassen, je nach Blütengröße. Öl und Bienenwachs hinzugeben und kurz erhitzen bis sich das Wachs aufgelöst hat. In ein Döschen umfüllen und geöffnet abkühlen lassen damit das Kondenswasser nicht vom Deckel in die Salbe tropft. Kühl aufbewahren.

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Thymian (Thymus vulgaris)
Aromatisches Heil- und Gewürzkraut
Voranzucht: April-Juli
Blütezeit: Juni-August

Thymiantee
Wirkung: Hilft gegen hartnäckigen Husten, Magen-Darmbeschwerden, Entzündungen im Mundbereich
Sammeln: morgens, Kurz vor der Blüte
Zubereitung: Einen Teelöffel getrocknete Thymianblätter auf 250ml kochendes Wasser aufgießen und 5Minuten ziehen lassen.

Hustensaft mit Thymian
Zutaten:  1 Zwiebel, 200 ml Wasser, 100g Kandiszucker (Alternativ auch Honig) 1 EL Thymian getrocknet, 1 EL Salbei getrocknet
Zubereitung: Zwiebeln klein würfeln und mit allen Zutaten etwa fünf Minuten aufkochen, sodass der Zucker sich vollständig aufgelöst hat. Anschließend durch ein Sieb schütten oder durch ein Baumwolltuch. Noch heiß in eine verschließbare Flasche füllen und nach dem Abkühlen im Kühlschrank aufbewahren. Bei Bedarf 3x täglich einen Teelöffel nehmen. Der Saft ist im Kühlschrank etwa eine Woche haltbar.

 


ROSMARIN (Rosmarinus officinalis)


Im Mittelmeerraum heimisch, er wird aber gerne in Deutschland angebaut.
Voranzucht: Aussaat erfolgt ab Mitte März im Gewächshaus, Frühbeetkasten oder auf einer nach Süden gelegenen Fensterbank bei einer Temperatur von + 20°C bis + 22° C, Aussaattiefe 1 cm. Rosmarin keimt sehr ungleichmäßig. Die Keimzeit beträgt 21 – 35 Tage, letzte AusIMG_1681saat Ende Mai. Gepflanzt wird ab Mitte Mai im Abstand von 30×40 cm im Freiland. Sonniger, nicht zu feuchter Standort. Am besten gedeiht er auf kalkhaltigen, nahrhaften und lehmigen Sandböden, nicht winterhart.
Geerntet werden die jungen Blätter und Triebspitzen zu Beginn der Blüte.

Wirkung: Mit seiner anregenden Wirkung ist er unter den Heilpflanzen relativ selten, daher spielt er bei der Behandlung von niedrigem Blutdruck eine wichtige Rolle. Morgendliche Armbäder in Wasser mit ätherischem Rosmarinöl können kleine Wunder wirken. Aber auch sonst hat er ein breites Wirkungsspektrum.
Rosmarin gilt als Heilpflanze, die den ganzen Körper anregt. Da er die Durchblutung fördert hat er sich besonders bewährt, um den Kreislauf zu stimulieren und psychische Anspannung, Kopfschmerzen und Müdigkeit zu vertreiben.
Rosmarin verfügt über keimhemmende Substanzen und fördert die Verdauung. Lindert Verdauungsbeschwerden und Magenkrämpfen.

Als Tee ist regt er Verdauung an und wärmt von innen. Morgens anregend. Als Inhaltsstoff einer Rheumasalbe kann Rosmarin dazu beitragen, die Blutgefäße der Haut anzuregen und die Durchblutung zu fördern. Rheumabeschwerden werden so gelindert.
Zubereitung: Für einen Tee werden 2g der fein geschnittenen Blätter (1 TL entspricht etwa 2g) mit siedendem Wasser übergossen und nach 15 Minuten abgeseiht. Zubereitungen aus Rosmarinblättern sollten während Schwangerschaft und Stillzeit aufgrund der toxischen Nebenwirkungen von Bestandteilen des ätherischen Öls nicht eingenommen werden. Rosmarin sollte trocken, kühl und vor Licht geschützt, in gut schließenden Glas- oder Metallbehältern gelagert werden.

 


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