Ruhepol für Keimlinge


Termin Details


Gegen Ende des Sommers wurde es im CARLsGARTEN nochmal anstrengend:
Die Samenernte stand an.

Aber es gab ja noch viele andere Sachen zu tun, also – husch husch – die Sämereien und die Blüten in eine Papiertüte gepackt und aufgehängt im Container. Jetzt, nach Weihnachten, ist endlich Zeit und Muße da, um die Körnchen auszusieben und so zu verpacken, dass sie auch im Frühjahr noch auskeimen.IMG_1288

Bei der Lagerung sind einige Dinge zu beachten, nur so kann garantiert werden, dass das Saatgut mehrere Monate unbeschädigt überstehen kann.

 

 

Trockenes Saatgut. Das Saatgut muss einige Wochen trocknen, bevor man es einlagert. Da sonst die große Gefahr besteht, dass sie in Gläsern oder Tüten verschimmeln.

Trockene Lagerung. Das Saatgut sollte kühl, trocken und dunkel gelagert werden. Ideal sind Temperatur zwischen 0 und 10°C. Der Keimling im inneren des Samens lebt auf Sparflamme, die Keimruhe sollte bewahrt werden, damit er nicht frühzeitig anfängt zu keimen. Verbinden sich Feuchtigkeit und Wärme ist es mit der Keimruhe vorbei. Zudem fühlen sich auch Pilze und Bakterien dann sehr wohl und schädigen die Samen.

Dichte Lagergefäße. Während der Keim auf Sparflamme lebt, verbraucht er nur sehr wenig Sauerstoff. Um die Keimruhe zu unterstützen, sollte das Saatgut in luftundurchlässigen Gefäßen gelagert werden. Wenn Saatgut möglichst wenig Luftkontakt hat, atmet es nicht so viel und altert auch nicht so rasch.

Saatgut beschriften und dokumentieren. Auf ein Säckchen gehört der Name vermerkt, wo er gezogen wurde und wann das Jahr der Ernte war.

Wer Saatgut über Jahre hinweg aufbewahren möchte, kann dies auch im Tiefkühler bei minus 18°C tun: Richtig gelagert können die Samen auch noch nach 10 bis 20 Jahren gut keimen. Bei dieser Art der Lagerung muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Samen richtig trocken sind, da sonst das gefrierende Wasser im Keim ausdehnt und die Zellen im Inneren zerplatzen.

Ist das Saatgut eingelagert, kann man mit der Keimprobe beginnen. Dazu werden einige SamenIMG_1289 in feuchte Watte oder Ähnliches eingewickelt und der entsprechenden Keimtemperatur ausgesetzt (meist ca. 20°C). Ist die arttypische Keimdauer erreicht, wird die Keimungsrate notiert. Keimt (fast) nichts, sollte das Saatgut entsorgt werden. Bei mittleren Keimergebnissen muss in der folgenden Saison dichter als üblich gesät werden. Bei guten Keimergebnissen wird im normalen Abstand ausgesät.

 

(sina)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.